Kategorie Zurück zum Anfang

12/03/2009

Zurück zum Anfang – Wasted Horseskulls

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Dieses Foto ist im Januar 1991 entstanden. Die Session in einer alten Mühle hätte beinahe das Ende meiner noch so jungen Karriere bedeutet. Wie man auf den beiden kleinen Fotos erkennen kann, war das Gebäude ziemlich marode. Überall war der Boden durchgebrochen, teilweise konnte man durch große Löcher mehrere Stockwerke tief in den Keller blicken. Aber wir waren halt jung und leichtsinnig und sind ganz nach oben in den 5. oder 6. Stock des Gebäudes geklettert und spazierten ganz locker über die vom Regenwasser getränkten morschen Holzdielen. Ich fand damals Fototaschen ziemlich uncool, und besaß auch keine eigene, hatte mir aber ausnahmsweise eine geliehen, weil ich zwei neue Objektive hatte, die nicht ohne weiteres in meine Jackentasche gepasst hätten. Während wir also das obere Stockwerk der alten Mühle durchquerten, und meine Augen das Stockwerk nach einem potentiellen Motiv scannten, statt auf den Boden zu achten, gab plötzlich die pitschnasse Holzdiele unter mir nach und ich brach ein. Im Stockwerk unter mir war gar kein Boden, darunter auch nicht und darunter auch nicht, usw. Ich konnte mehrere Stockwerke bis in die Kellergeschosse blicken. Aber ich fiel nicht, denn der äußerst stabile Gurt der Tamrac Fototasche hatte sich an einem Stützbalken verfangen und hielt meine damaligen knappen 54 kg Körpergewicht. Das Ganze dauerte nur Sekunden. Die Jungs haben mich sofort da raus gezogen, ich fands witzig und wir haben kurz danach das Foto gemacht. In welcher Gefahr ich war, habe ich erst am Abend in meinem Labor realisiert, als ich die Filme entwickelt habe. Da fing ich dann kurz an zu zittern. Am nächsten Tag habe ich die Tamractasche bestellt, und bin der Marke bis heute treu geblieben.

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19/02/2009

Zurück zum Anfang – 1990 – Die Flinken Flaschen

Aus aktuellem Anlass – Ingmar, einer von zwei Sängern der Aschaffenburger Funpunkband „Die Flinken Flaschen“ hat mich gestern bei wer-kennt-wen auf die myspace Seite der Flaschen http://www.myspace.com/flinkenflaschen aufmerksam gemacht, mit der Anmerkung, „Wir sind wieder aktiv“. Ich habe natürlich sofort draufgeklickt – wie krass, da kann man die alten Songs hören, die ich immer noch auswendig mitgröhlen könnte, wenn ich mich -außerhalb meiner nostalgisch motivierten Begeisterung- noch für Funpunk erwärmen könnte. Die Flinken Flaschen waren die erste Band, deren Kassettenhülle von einem meiner Fotos verziert wurde. Das Shooting fand im Winter 1990/91 statt. Ich glaube sogar, hier habe ich das erste Mal eine Band auch in Farbe fotografiert. Natürlich entwickelte ich den Film selbst – selbstverständlich gecrosst – und die Abzüge ebenso. Die Flaschen waren echt ne coole Band. Udo, den anderen Sänger, habe ich ja schon im Sonnenblumenfeld gezeigt.

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Ich fand in dem Ablageblatt der Negative ein Bild von mir. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es am gleichen Tag entstanden ist, weil ich immer die letzten Bilder eines unvollendeten Films mit irgendwas (unmotivierte Selbstporträts, meine Schuhe, meine Hand, die Wand gegenüber…) belichtet habe und diese Einzelnegative dann immer zufällig in Ablagebögen mit einem freien Streifen geschoben habe. Immerhin gibt es aus der Flaschensession auch einige Fotos mit schneebedecktem Boden, was dann wenigstens zu diesem Hintergrund passen würde.

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07/02/2009

Zurück zum Anfang – 1992 – P-Mellow

Anfang 1992 habe ich mein erstes Foto von einem Rapper gemacht. Patrick hatte mehrere Künstlernamen: Tone Tee, P-Mellow oder Zaunpfahl. Tone war sein Sprühername, P stand für seinen Vornamen, Mellow beschrieb die Stimmung seiner Musik und Zaunpfahl wurde er wegen seiner langen dünnen Körpergröße genannt.
Patrick war in Aschaffenburg bekannt wie ein bunter Hund. In den Achtzigern habe ich ihn immer aus dem Bus heraus gesehen. Er sah er original aus wie Michael Jackson. Die gleiche Frisur, die gleiche rote Lederjacke, später dann konnte man ihm in der Fußgängerzone beim Breaken zuschauen und irgendwann sah man ihn dann als Rapper auf der Bühne. Kurz nachdem diese Fotos entstanden sind, hat er mit Ebony Prince und D-Flame die Band Foreign Accent gegründet, aber dazu an anderer Stelle mehr.

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02/02/2009

Zurück zum Anfang – Ich bin jung und niemand kann mich stoppen

Ich bin 21 Jahre alt und fotografiere seit ca. 2 Jahren. Ich bin sehr von meinen Bildern überzeugt und erzähle jedem, dass ich reich und berühmt werden will. Ich will, dass meine Bilder anders aussehen, als die der anderen Langweiler-Fotografen. Deshalb habe ich mir auch ein 17mm Objektiv geleistet, das nach einem gelungenem Bandshooting meine Lieblingsoptik geworden ist. Es ist mir egal, wenn spiessige Fotografen zu mir sagen, dass ich meinen Beruf verfehlt habe. Ich lege keinen besonderen Wert auf technische Perfektion. Viel wichtiger als Schärfe und Zonensystem ist, dass man meine Bildern fühlen kann, dass sie visuell spannend sind und irgendwas transportieren – egal was. Gute Bilder kommen aus dem Bauch. Ich crosse meine Farbfilme, weil ich normale Farben langweilig finde. Ich entwickle auch alles selbst. Es ist egal, ob meine Negative nicht den üblichen Standards entsprechen, weil ich die Entwicklungstemperatur von 38° mit einer Handentwicklung in der Dose nicht konstant halten kann. Zum Glück gibt es jetzt diese neue Farbchemie, mit der man Farbabzüge auch in der Schale entwickeln kann.
Neulich war ich mit Udo und Simone in einem Sonnenblumenfeld. Das war so cool, dass ich sogar 2 ganze Filme belichtet habe

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Das ist nun schon die Ewigkeit von 17,5 Jahren her. Das Scannen der Negative war ein totaler Flash, weil plötzlich meine damaligen Gedanken und Gefühle allgegenwärtig waren. Zufälligerweise habe ich auf den Filmen Bilder von mir und Sibylle entdeckt. Damals habe ich sie nicht beachtet und nie Prints gemacht, weil das Bild von mir nun wirklich nicht besonders vorteilhaft ist. Sibylle war eine Freundin meiner besten Freundin Claudia aus Würzburg. Sie hatte mich an diesem Tag in Aschaffenburg besucht und mir bei einem anderen Projekt, bei dem ich Märchen inszeniert habe, als Hexe Modell gestanden.
Ich habe wirklich keine Ahnung, was in der Flasche ist, aus der ich gerade trinke und warum ich am hellichten Tag etwas anderes als Wasser in mich hinein schütte. Ich vermute, dass Sibylle die Flasche an den Start gebracht hat. Dafür habe ich aber auch ein paar schöne Fotos von ihr gemacht, die ich ihr möglicherweise nie gezeigt habe. Das tolle Lenny Kravitz Shirt, das ich auf dem Foto trage, ist leider bei meinem letzten Umzug beim Aussortieren im Müll gelandet, was ich jetzt wirklich sehr bedaure.

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27/01/2009

Zurück zum Anfang – 1989 – Little Bit Boring

Ich habe mir gedacht, dass es ganz schön wäre, eine Art Rubrik mit dem Titel „Zurück zum Anfang“ einzuführen. Eine Rubrik, in der ich meine ersten Bandfotos zeige und von meinen Anfängen berichte.

Meine erste Kamera, eine gebrauchte Canon A1, kaufte ich mir 1988, weil ich Fotos machen wollte, die ich in meinem Fotolabor, das ich mir zur gleichen Zeit für 350 Mark gekauft habe, entwickeln kann. Das Fotolabor beinhaltete einen Farbvergrößerer mit Objektiv, drei Schalen und eine Entwicklungsdose. Ein richtiges Schnäppchen. Ich habe dann versucht, ein paar Urlaubsfotos zu vergrößern, das hat nicht so richtig geklappt, ich habe daraufhin die Lust verloren, und das Zeug ein Jahr lang nicht mehr angefasst. 1989 habe ich es dann noch mal mit neuen Urlaubsfotos versucht, das war super, und mein Interesse war geweckt…Kurz danach fragte mich eine Band namens „Little Bit Boring“, ob ich nicht Lust hätte, ein paar Fotos zu machen. Wir sind in den Hafen gegangen und ich habe zwei SW Filme belichtet. Als ich die Dinger dann im Labor entwickelt und vergrößert habe, überkam mich so ein aufgeregtes Prickeln, ein Gefühl das ich danach noch sehr oft haben sollte, wenn ich den Eindruck hatte, dass mir gute Bilder gelungen sind. Noch am gleichen Abend, als ich mit meiner Arbeit im Labor fertig war, habe ich beschlossen, Bandfotografin zu werden 😉

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