Kategorie People

11/05/2013

Deadly Sins

Anfang des Jahres arbeitete ich mit dem Kostümbildner und Stylisten Sebastian Simon und der Visagistin Carina Wittmann an einem sehr schönen Projekt. Wir inszenierten die 7 Todsünden.
Sebastian entwarf phantasievolle Kostüme, die jeweils eine Todsünde thematisierten und somit zur Sünde in Menschengestalt wurden.
Ich entschied mich für eine abstrakte fotografische Umsetzung mit angeblitzten Langzeitbelichtungen.
Als Assistent half mir Chris Noltekuhlmann, Sofie Uhla war für die Haare zuständig. Die Models waren: Neid: Emilio, Geiz: Dennis, Wolllust: Gökhan, Völlerei: Daniel, Eitelkeit: Henry, Faulheit: Alberto, Zorn: Guille
Die Serie wurde gerade in dem südamerikanischen Idem Magazin veröffentlicht. Bis jetzt habe ich selten die Fotos im Magazinlayout präsentiert. Allerdings gefällt mir das Layout von Idem so gut, dass ich Euch heute zeige, wie man sie bei Idem sehen kann.

Das Konzept zu dem Projekt liest sich folgendermaßen:
Der Katechismus der katholischen Kirche nennt ein besonders schweres Vergehen eine Todsünde durch das „ein Mensch bewußt und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist, indem er es vorzieht, sich sich selbst zuzuwenden oder irgendeiner geschaffenen und endlichen Wirklichkeit, irgeneiner Sache, die im Widerspruch zum göttlichen Willen steht.“
So wie Papst Johannes Paul II es im Apostolischen Schreiben von 1984 konkretisierte, wurde der Lasterkatalog in seinen Ursprüngen im 6.Jahrhundert von Papst Gregor I bereits formuliert und diese Laster haben wir als schlechte Charaktereigenschaften tief verinnerlicht.
In moderner Ausführung begegnen wir einigen der Todsünden formuliert als Sünden bezüglich der Grundsätze ethischen Handelns in der kapitalistischen Welt von Mahatma Gandhi. Er nennt sie
Reichtum ohne Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit, Religion ohne Opferbereitschaft und Politik ohne Prinzipien.
Sei es nun die anstehende Wahl eines neuen Pabstes, der Gammelfleischskandal oder der Individualismusdebatte unserer Gesellschaft – das Thema der (Tod-) Sünden ist wohl stets präsent und umgibt uns in unserem alltäglichen Handeln, sei es als spontane Regung, Antrieb kriminellen Handelns oder als persönliche Phantansie. Aus diesem Antrieb liefern wir Euch eine fotografisch abstrakte Visualisierung der 7 Todsünden. Das Thema der Sünde wird in ihrer Ambivalenz Verbot & Reiz durch zweifarbiges Licht sowie Kontrastierung treffend umgesetzt, die Abstraktion lässt Interpretationsspielraum für jeden, der sich mit dem Thema schon einmal auseinandergesetzt hat.

Hier gibt es noch ein paar Fotos, die es nicht ins Magazin geschafft haben:

19/04/2013

Kurt Kroemer

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich den Trailer für die Late Night Show von Kurt Krömer gedreht habe.
Der Grund für den späten Blogeintrag ist ein sehr schönes Musikvideo, das ich parallel zu dem Intro der Show mit Kurt drehte. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass es vielleicht zeitnah veröffentlicht wird. Aber ich möchte auch nicht länger warten und Euch von diesem schönen Projekt berichten. Das Video reiche ich dann nach, sobald es veröffentlicht wurde.

Ein Dreh mit Kurt Krömer ist ein amüsantes Unterfangen. Auch wenn er eigentlich gar nicht Zoo lustig sein wollte, brachte er uns ständig zum Lachen.
Besonders skurril war eine Szene, die sich während des Drehs am Kottbusser Tor ereignete. Während wir Kurt dabei filmten, wie er die Straße entlang ging, drängte sich immer wieder ein barfüßiger Drogensüchtiger zwischen Kurt und die Kamera, pöbelte herum und kündigte an, unsere Dreharbeiten zu sabotieren. Plötzlich erkannte dieser Junkie aber unseren Kurt und outete sich als Fan. Als sich Kurt dann auch noch neben ihn setzte, um in einer Drehpause ein kleines Schwätzchen zu halten, verwandelte sich der Barfüßige in einen beflissenen „Ordner“, der sich darum kümmerte, dass keiner seiner „Kumpels“unseren Dreh stört.
Der Dreh dauerte 2 Nächte lang, Kamera machte Felix Leiberg, für den Schnitt war Chris Heidrich verantwortlich, produziert hat die wunderbare Mutter und Vater Filmproduktion.

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12/04/2013

Nina West

Mein Blogeintrag der Woche zeigt wieder mal eine Schauspielerin, die ich vor einiger Zeit porträtiert habe. Ihr Name ist Nina West. Bei dem Shooting an verschiedenen Spots im Nordwesten von Berlin begleitete mich -wie so oft- die Visagistin Carina Wittmann.

05/04/2013

Moses Pelham „Wenn der Schmerz nachlässt“ – Video

Heute berichte ich über mein neuestes Video für Moses Pelham „Wenn der Schmerz nachlässt“
Der Song war von Anfang an einer meiner Favoriten und ich erzählte Moses schon vor über einem Jahr davon, dass ich dazu ein POV Video drehen möchte, in dem er sich mit sich selbst betrinkt.
Wir hatten gerade das „Ich lass Dich nicht zurück“ Video fertig gestellt und ich war ziemlich angefixt davon, weitere Videos mit einer ganz konsequenten „Perspektive“ zu drehen. Ein Video, das ausschließlich aus der Subjektiven erzählt wird, bot sich für den Song meiner Meinung nach perfekt an.
Als es dann Anfang des Jahres konkret wurde, und wir das Projekt detaillierter besprachen und sich herauskristallisierte, dass wir nicht nur in einer Bar drehen, sondern eher eine Art Kneipentour draus machen wollen, wurde klar, dass wir eine simple technische Lösung benötigen, die es uns ermöglicht, einfach mal schnell in eine Bar hineinzumarschieren, dort kurz ein paar Szenen zu drehen und dann wieder hinaus zu gehen, um das nächste Lokal anzusteuern. Das funktioniert natürlich nur ohne großes Team und ohne aufwändige Lichtaufbauten.
Im Januar machten wir dann einen ersten Test. Wir checkten in Frankfurt ein paar Bars und ich testete dabei die Lichtempfindlichkeit der GoPro Hero Black. Die kann man sich nämlich ganz easy auf den Kopf schnallen und die fisheyeähnliche Brennweite würde super zu meiner Vorstellung passen. Die Ernüchterung kam dann zuhause, als wir die Clips am Rechner betrachteten und das Ganze furchtbar aussah, denn leider ist in den Bars einfach zu wenig Licht für den Sensor der GoPro. Alles war unterbelichtet und extrem hässlich verpixelt.
Wieder in Berlin testete ich mit meinem Assistenten Chris Noltekuhlmann die Sony Nex 5R, die man auch recht easy auf den Kopf schnallen könnte, und die eine recht brauchbare Lichtempfindlichkeit zeigte. Aber irgendwie sah im Vergleich das Material meiner Nikon D4 dann doch sehr viel hochwertiger aus und so begannen Chris und ich einen alten Motorradhelm aufzubohren, um eine richtige Helmkamera zu bauen. Technische Unterstützung bekam ich dann noch netterweise vom Kamerabühnenmann Olando Grübel, der mir unseren „Helmentwurf“ noch etwas verfeinerte.

Anfang März war es dann soweit. Mit einem superkleinen Team, bestehend aus Moses, Charlie & mir, zogen wir an drei Abenden durch diverse Frankfurter Bars, Kneipen und Clubs und drehten dieses verrückte Video. Wenn Moses den Helm nicht selbst trug, hatte Charlie die Kamera auf dem Kopf, die ich dann mit meinem iPad steuerte. Es war wirklich erstaunlich zu sehen, wie offen die Türen in Frankfurt sind, wenn Moses mit den Leuten spricht. Solch entgegenkommende, herzliche und offene Motivgeber traf ich bisher selten. Obwohl wir uns bemühten, den Alkohol in den unzähligen Drinks zu ersetzen, wurden Moses und Charlie im Verlauf des Abends immer betrunkener, so dass ich am Ende die einzig nüchterne in unserem Trio war. Ich hatte trotzdem Spaß.

Unsere begnadete Cutterin Andrea Guggenberger fügte dann die einzelnen Teile perfekt zusammen, Philipp Orgassa von Arri Berlin setze den Farblook um.

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