2007 lernte ich Fler bei einem Fotoshoot für den 77store kennen. Schon damals fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte, mal ein Video mit ihm zu drehen. In den letzten paar Jahren, seitdem wir regelmäßig zusammenarbeiten und ich viele seiner Fotos mache, haben wir immer mal wieder über das Thema Video gesprochen, aber aus diversen Gründen hat es nie geklappt. Vor einigen Wochen erhielt ich per WhatsApp eine kurze Nachricht von Fler. Er schickte mir den Link zu einem Moodfilm von meinem Regiekollegen Art Davis und fragte mich, ob ich so ein Video drehen könnte. Natürlich kann ich ;-). In unserem darauffolgenden Telefongespräch wollte ich natürlich wissen, wieso Art Davis seine Skizze nicht selbst umsetzt. Fler sagte mir, dass er keine Zeit hat, aber er damit einverstanden ist, wenn ein anderer das Thema umsetzen würde. Ich empfand den Moodfilm als sehr gute Inspirationsquelle und schöne Projektionsfläche für meine eigene Vision und meine Interpretation des Themas. Denn klar war natürlich, dass ich dem Ganzen meinen eigenen Stempel aufdrücken wollte, um meine individuelle Version davon zu drehen. Daher war ich dann auch froh, dass mir Fler in der Umsetzung sehr viel Spielraum für eigene Ideen ließ und ich frei walten konnte. Mir war es die Atmosphäre des Clips sehr wichtig und so war ich sehr dankbar, dass das Wetter an unseren beiden Drehtagen so grau und düster war, weil das meine gewünschte triste Stimmung perfekt unterstützte. Neben dieser Atmosphäre waren mir ausdruckstarke Bilder wichtig, die man langsam und ruhig schneiden kann, das Storytelling wollte ich assoziativ, fragmentarisch und verschachtelt aufbauen. Zeit- und Realitätsebenen sollten verschwimmen. Eine Traumsequenz mit weißen Tauben stand kurzzeitig auf der Kippe, weil die Tauben bei starken Regenwetter nicht fliegen dürfen. aber zum Glück regnete es nicht zu stark. Fler war echt super professionell, vorallem als es um die Schussszene ging. Die Explosionen auf dem Körper sind richtig schmerzhaft, und wir haben sie sogar noch mal wiederholt, weil Fler mit sich selbst noch nicht zufrieden war. Er war auch richtig hart im Nehmen, als wir die Szene drehten, in dem sein Kopf ungebremst auf den Boden knallt. Das war kein Trick, das hat er echt gemacht!
Ich wollte dem Video außerdem einen tristen SW-Street Look verpassen, im Stile meiner Fotos für das Albumartwork von „Keiner Kommt Klar Mit Mir“. Als Location für die Beerdigung wünschte ich mir einen Hügel am Stadtrand mit Blick auf eine Hochhaussiedlung. Dass wir in der Kürze der Zeit genau so eine Location wie aus meiner Vision finden konnten, grenzte fast an ein Wunder und das habe ich meiner Filmproduktion Mutter und Vater zu verdanken. Aber bevor ich noch mehr schreibe – schaut es Euch einfach mal hier an:

Credits:
Regie: Katja Kuhl
DoP: Benjamin Frik
Schnitt: Andrea Guggenberger
Color Grading: Bowcouleur
Make-up: Doshiba Vashikararai
Ausstattung: Julia Laube
SFX: Roland Tropp
Producer: Christian Schliebs
Mutter & Vater Filmproduktion